Wie Bekämpfe ich Wühlmäuse?



Landratsamt bildet Fachleute zur Bekämpfung von Wühlmäusen aus
(Fortbildung von Multiplikatoren)

Am Freitagmittag, den 5.November 2010 fand im „Obstsortenmuseum" Pliezhausen eine Unterweisung zum Wühlmausfang statt. Eingeladen wurden von der Grünflächenberatungsstelle des Landkreises Reutlingen Fachwarte, die selbst Unterweisungen in den Vereinen übernehmen wollen. 23 Teilnehmer konnten unter Anleitung mit unterschiedlichsten Fallen praktisch üben und in rund zwei Stunden wurden 6 Schermäuse zur Strecke gebracht. Weitere Bekämpfungsmethoden und Abwehrstrategien wurden von den Kreisfachberatern Ulrich Schroefel und Axel Rieber erörtert, so dass die Multiplikatoren ihr Wissen abrunden konnten und nun für die Weitergabe in den Vereinen gut gerüstet sind.



Wühlmäuse stellen eine besondere Gefahr für unsere Streuobstwiesen dar!

Die Wühlmauspopulationen sind dieses Jahr wieder besonders groß und sie verursachen über den Winter große Schäden, vor allem an jungen Obstbäumen, deshalb sollten sie vor Wintereinbruch unbedingt abgefangen werden.

Wie bekämpfe ich Wühlmäuse?

Als Siedlungsgebiet bevorzugt die in Süddeutschland lebende Rasse frische, feuchte Böden, Gräben, Wiesen, lichte Laub- und Mischwälder und vergraste Jungkulturen. An die Erdoberfläche kommt sie nur zur Wanderung und Paarung, seltener zur Nahrungsaufnahme. Die Wühlmaus hält keinen Winterschlaf und schädigt daher das ganze Jahr über.

Die Vermehrungsrate beträgt mindestens 1:10 und die Baue werden in der Regel nur von einem Tier bewohnt, dies hat die Folge, dass junge Schermäuse sich einen neuen Bau anlegen müssen und es dann zu einer schnellen Ausbreitung des Schädlings kommt. Mauswiesel, Fuchs, Iltis, Marder und Katzen, sowie Eulen und Greifvögel, zählen zu den natürlichen Feinden der Schermaus.

Der hauptsächliche Schaden entsteht durch das Benagen und Fressen von Wurzeln, Rhizomen, Knollen und Zwiebeln der verschiedensten Pflanzenarten. Auf Grünland wird durch die Wühltätigkeit die Grasnarbe zerstört, dadurch verunkrauten die Fehlstellen schnell. Durch die entstandenen Erdhaufen wird das Futter verschmutzt. Im Obstbau sind junge Bäume gefährdet, besonders Apfelbäume auf schwachwachsenden Unterlagen (Dichtpflanzungen). Diese Schäden entstehen vor allem unbemerkt während des Winters. Sie werden erst entdeckt, wenn im Frühjahr Bäume bzw. Sträucher schwach oder gar nicht mehr austreiben.

Jetzt, im Spätherbst, ist die beste Zeit die Schermäuse zu bekämpfen. Nicht nur weil der Boden noch offen ist, sondern auch im Hinblick auf mögliche Fraßschäden im Winter.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Bekämpfung der Schermaus.

Um unbewohnte Gänge von der Bekämpfung ausschließen zu können, beginnt man mit der Verwühlprobe. Neben den Erdauswürfen wird der Boden auf kreisförmigen Bahnen mit dem Schermaussuchstab abgetastet. Ist ein Gang getroffen, sinkt der Stab ruckartig ein. An dieser Stelle wird der Gang mit dem Grabmesser freigelegt und die beiden Öffnungen von loser Erde gesäubert. Ein bewohnter Gang wird von der Schermaus bald wieder verschlossen (verwühlt), die Verwühlprobe ist auch zur Erfolgskontrolle notwendig.

Die Fallen werden in ein sorgfältig von loser Erde gesäubertes gerades Gangstück geschoben, fein gestellt und mit einem Grasbatzen oberflächlich abgedeckt. Dabei darf jedoch kein loser Boden auf die Falle gelangen, da die Schermaus die Falle sonst verwühlt. Diese Gefahr ist bei lockerem Boden größer als bei festem. Es gibt verschiedene Fallentypen. Einige müssen vor dem Einsatz beködert werden; sie sind teils einseitig, teils beidseitig fängig. Die gebräuchlichsten Fallentypen sind die „Alte Bayerische Drahtfalle" und die „Badische Falle".

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich an die örtlichen Obst- und Gartenbauvereine, zu finden unter www.kov-reutlingen.de




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