Feuerbrandfeldversuch


Feuerbrand ist meldepflichtig! Ansprechpartner für weitere Fragen ist die Grünflächenberatungsstelle beim Landratsamt oder das Amt für Landwirtschaft.



Zum Feldversuch

Das massive Auftreten des Feuerbrandes in Baden-Württemberg in den Jahren 1993-1995 hatte auch für die Region um Walddorfhäslach gravierende Folgen. Viele, vor allem großkronige und landschaftsprägende Birnbäume, die für diese Gegend typisch sind, wie die "Oberösterreicher Weinbirne" mussten gerodet werden. Um langfristige Aussagen machen zu können, entschloss sich die Gemeinde Walddorfhäslach in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein, sowie der Grünflächenberatungsstelle des Landkreises einen Feldversuch anzulegen, der von der Landesanstalt für Pflanzenschutz wissenschaftlich begleitet werden sollte. So wurden seit 1999 ca. 70 Apfel- und Birnbäume gepflanzt, alte aber auch neue Sorten, die als "feuerbrandtolerant" gelten. Jede Sorte ist dabei 4 mal vertreten um das Ausfallrisiko zu minimieren, aber auch um entsprechende Aussagen zur Anfälligkeit machen zu können.


Über den "Feuerbrand"...

"Feuerbrand" ist eine durch Bakterien (Erwinia amylovora) ausgelöste Krankheit, die apfel-früchtige Rosengewächse (Unterfamilie Pomoideae der Rosaceae) befällt. Zu diesen zählen Kultur- und Zierformen von Apfel, Birne und Quitte, aber auch Weißdorn, Rotdorn, Mispel und in Hausgärten vor allem Cotoneaster-Arten (Felsenmispel). Nicht befallen wird das Stein- und Beerenobst, Wal- und Haselnüsse. Feuerbrand wurde bereits vor 200 Jahren im Osten der USA festgestellt, seit 1957 breitet sich die Krankheit in Europa aus. Symptome: Erkrankte Blüten, Triebe und Früchte welken. Sie verfärben sich zunächst braun, später an den Befallsstellen meist schwarz. Die Pflanzen sehen dann wie verbrannt (Name!) oder verdorrt aus. Krankheitsverlauf und Übertragung: Die Bakterien überdauern die Vegetationsruhe in erkrankten Rindenteilen. Von hier aus erfolgt im Frühjahr und Sommer die Verbreitung durch Regentropfen, Wind sowie Insekten (Bienen u.a.). Beste Befallsbedingungen herrschen bei Temperaturen deutlich über 18° C sowie genügend vorhandener Feuchtigkeit durch Niederschläge oder Taubildung. Rund 90% des Befalls entsteht über die Blüte, der Rest über Wunden, beispielsweise nach Hagelschlag. Bekämpfung, Vorbeugung: Regelmäßige Kontrollen können frühzeitig Befall erkennen lassen; sind nur einzelne Triebe befallen genügt ein Rückschnitt bis ins gesunde Holz (30 cm und mehr!), bei starkem Befall müssen die Pflanzen gerodet und vernichtet werden! In Kontakt geratenes Werkzeug muss mit 70%igem Alkohol desinfiziert werden, sonst droht weitere Übertragung. Schnittarbeiten sollten nur bei trockener Witterung durchgeführt werden.

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